Spielebericht: unser Eindruck der Xbox 360-Fassung

Nach dem Mittagessen waren die anfänglichen Schwierigkeiten soweit ausgemerzt und die Konsolen eingerichtet, so dass wir – d. h. thefilth, die anderen Spieleredakteure und ich – nun endlich Hand anlegen konnten. Es heißt ja nicht umsonst "Hands-On" – also ran an die Controller!


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So euphorisch der letzte Satz auch klingt, ganz so leicht viel es uns eigentlich nicht... thefilth und ich sind eigentlich eingefleischte PC-Zocker, somit haben Controller in etwa den Status eines außerirdischen Apparats. Umso erstaunter waren wir, als sich die Steuerung als wunderbar intuitiv herausstellte und wir problemlos durch die Welt laufen und Gegner niedermähen konnten. Klar, der Schwierigkeitsgrad war auch auf "leicht" eingestellt, aber mit etwas Übung waren bald auch höhere Schwierigkeitsgrade kein Problem (sofern man sich nicht gleich in einen schwierigeren Kampf hineinstürzte).


In der vorigen Präsentation wurde hervorgehoben, dass man Geralt auch einhändig steuern könne, mit dem Daumen bloß auf dem linken Analogstick um ihm die Richtung zu weisen, den Rest erledige die Kameraverfolgung. Letztere Wurde als eine der Neuerungen in der Enhanced Edition angepriesen, und tatsächlich: wenn man nicht gerade in engen Räumen ist und/oder in einem hektischen Kampf, erweist sie sich als sehr gut.
Ansonsten lässt sich die Kamera mit dem rechten Analogstick justieren. Die Schwerter wechselt man mit links/rechts auf dem Steuerkreuz; A ist für den leichten Schlag und die Interaktion mit Objekten oder Gesprächspartnern, X für den harten Schlag. Wer im Kampf gerne Zeichen einsetzt, braucht die Taste Y, während man mit B rollt und mit LB blockt. Wichtig ist auch der Pausemodus auf der LB-Taste, da man nur dort zwischen den verschiedenen Zeichen wechseln kann und auf das Meditationmenü zugreift.


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Während man als Weißer Wolf durch die Belagerung der Burg La Valette, Flotsam und Loc Muinne (dazu später mehr) läuft, fällt einem auf wie sehr CDR sich Mühe gegeben hat, jede einzelne Szene so anzupassen dass die Framerate konstant flüssig bleibt, jedoch auch ein Maximum an Details gezeigt werden – ist wenig Umgebung zu sehen, beispielsweise in Dialogen, werden die Charaktere deutlich detailreicher. Ein weiterer Hinweis darauf, dass ca. ein Jahr für die Adaptation nicht zu knapp bemessen ist, wie Marek Ziemak auch im Interview andeutet.
Im Vergleich zur PC-Version fällt optisch vor allem auf, dass auf Unschärfeeffekte verzichtet wurde, man kann also nicht wild um sich herum drehen und die Welt in einem einzigen Rausch verschwimmen lassen, wie in der PC-Version. Es fehlen zahlreiche Licht- und Schatteneffekte, auch die Weitsicht ist eingeschränkt.
Nichtdestotrotz sieht das Spiel recht gut aus, für ein Konsolenspiel ganz besonders.


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Wie oben angedeutet, stellte uns CDR Spielstände aus dem Prolog, dem 1. und dem 3. Akt zur Verfügung. Letzterer war besonders interessant, da wir dort eine der angekündigten neuen Quests starten konnten. Es handelt sich dabei um die Tronfolgerquest um der Seite von Roche: in Loc Muinne begegnen wir einer gut gekleideten, aber völlig aufgelösten Frau, die Vernon Roche kennt und offenbar etwas über den Verbleib von Boussy und Anais weiss – denn die sind verschwunden, und damit wird die temerische Tronfolge noch komplizierter, als sie schon ist.
Die Quest führt uns dabei in einen Wald außerhalb von Loc Muinne, der neben Gegnern auch viel Raum und Höhlen zum erforschen bietet, sowie die eine oder andere Überraschung. Ganz klassisch für The Witcher 2 geht es hier um Intrige, Verrat und die richtige Entscheidung – welche es auch immer sein mag. Geralt darf hierbei wieder seine Alchemie- und Kombinationskünste unter Beweis stellen.
Die Quest wertet den oft als öde verschimpften 3. Akt definitiv auf – und das Beste ist, dass alle sich darauf freuen können, denn es gehört zum Material dass Besitzern der PC-Version kostenlos zum Download bereitgestellt wird.


Ach ja, für die die es überhaupt nicht aushalten: hier gibt es einen kleinen Videoauszug aus der genannten Quest.

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Was kann man für ein Fazit ziehen? Das Spiel fühlt sich jedenfalls sehr rund und ausgefeilt an. Obwohl die Version die wir testen durften nicht final ist, gab es kaum Bugs und Stotterer, Konsolenspieler werden auf ihre Kosten kommen. À propos Konsolenspieler: wer nicht auf dem PC zockt (und somit The Witcher 1 nicht kennt) und nicht mit dem Geralt-Zyklus von Andrzej Sapkowski vertraut ist, für den hält CDR ein Video im "Extras"-Menü parat. Im Comicstil der Rückblendvideos werden die Mutanten, Trankschlürfer und Schwertschwinger, die Hexer nun mal sind, vorgestellt. Dieser Teil ist wegen der holprigen deutschen Synchro leider weniger gelungen, die englische Version haben wir nicht gesehen.


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